Worauf es ankommt, bevor Sie einen Fachbetrieb beauftragen: Eine Kanalinspektion mit Kamera zeigt den tatsächlichen Zustand Ihrer Rohre – ohne Schaufel und ohne Aufgraben. Doch was kostet diese Untersuchung wirklich? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn der Preis ergibt sich aus mehreren Faktoren: Wie lang ist das Rohrsystem? Welche Nennweite liegt vor? Wie gut ist der Zugang? Und wie sieht das regionale Preisgefüge aus? Dieser Ratgeber gibt Ihnen realistische Orientierungswerte und erklärt, welche Leistungen typischerweise im Angebotspreis stecken – und welche nicht.
Kanalinspektion mit Kamera: Grundlagen und Kostenbandbreiten
Bei einer Kanal-TV-Untersuchung schickt der Fachbetrieb eine selbstfahrende Kamera durch Ihr Rohrsystem. Das Livebild wird direkt übertragen und dokumentiert.
Schäden wie Risse, Wurzeleinwuchs oder Versätze lassen sich so millimetergenau aufspüren – ganz ohne Erdarbeiten.
Was viele übersehen: Feste Einheitspreise existieren in dieser Branche kaum, weil jedes Rohrsystem individuelle Gegebenheiten mitbringt. Dennoch lassen sich verlässliche Richtwerte benennen.
Orientierungspreise Kanal-TV-Untersuchung (Stand 2026)
| Anwendungsfall | Typische Rohrlänge | Kostenbandbreite (ca.) |
|---|---|---|
| Hausanschluss / Einzelleitung | bis ca. 15 m | 150–350 € |
| Größere Grundstücksentwässerung | 15–50 m | 300–600 € |
| Umfangreiches Leitungsnetz | über 50 m | ab ca. 500 €, je nach Aufwand |
| Kamera + Dichtheitsprüfung kombiniert | variabel | Aufpreis ca. 100–250 € |
| Kamera + schriftliches Protokoll / Bericht | variabel | oft im Paketpreis enthalten |
Richtwerte; regionale Unterschiede und individuelle Gegebenheiten können abweichen.
Preisfaktoren und Leistungsumfang im Überblick
- Rohrlänge – je mehr Meter, desto höher der Zeitaufwand
- Nennweite – ab DN 150 braucht man größere Kamera-Systeme
- Zugänglichkeit – fehlende Revisionsöffnungen erhöhen den Aufwand
- Leistungsumfang – mit Protokoll, Video und Dichtheitsprüfung steigt der Preis
- Art des Rohrmaterials (Steinzeug, Kunststoff, Beton, Guss)
- Anzahl der Bögen und Richtungswechsel im Leitungsverlauf
- Regionale Marktlage und Anfahrtskosten
- Ob eine reine Sichtprüfung oder ein zertifiziertes Dichtheitsprüfungsprotokoll gewünscht wird
- Ob eine Rohrreinigung vor der Kamerafahrt erforderlich ist
Basisleistung vs. erweitertes Paket
Basis-Kamerabefahrung
- Kamerafahrt durch das Rohrsystem
- Live-Übertragung auf Monitor
- Mündliche Rückmeldung zum Befund
- Keine schriftliche Dokumentation im Basispreis
Erweitertes Inspektionspaket
- Alle Basisleistungen inklusive
- Schriftlicher Inspektionsbericht mit Bildmaterial
- Videoaufzeichnung der Kamerafahrt
- Gegebenenfalls kombiniert mit Dichtheitsprüfung
- Empfehlungen zu Folgemaßnahmen
Schritt für Schritt: So läuft eine Kanalinspektion ab
Ablauf einer professionellen Kanal-TV-Untersuchung
- Erstgespräch und AngebotserstellungDer Fachbetrieb klärt Rohrlänge, Nennweite, Zugänglichkeit und den gewünschten Leistungsumfang. Auf dieser Grundlage erhalten Sie ein schriftliches Angebot.
- Vorbereitung der LeitungSofern nötig, wird die Leitung im Vorfeld gereinigt, damit die Kamera ungehindert fahren kann und der Befund tatsächlich auswertbar ist.
- Durchführung der KamerabefahrungEine selbstfahrende Kamera durchfährt das Rohrsystem und überträgt das Bild in Echtzeit. Auffälligkeiten werden mit Tiefenangabe festgehalten.
- Auswertung und BerichtserstellungDie Aufnahmen werden ausgewertet. Im erweiterten Paket erhalten Sie einen schriftlichen Bericht mit Bildmaterial und einer klaren Einschätzung des Handlungsbedarfs.
- Beratung zu weiteren SchrittenJe nach Befund empfiehlt der Fachbetrieb die passenden Folgemaßnahmen – von der gezielten Rohrreinigung über eine Sanierung bis hin zur Dichtheitsprüfung.
Wann lohnt sich die Kanalinspektion trotz der Kosten?
Die Kamerabefahrung ist eine Investition, die deutlich teurere Folgekosten verhindern kann. Wer ohne gesicherte Diagnose saniert oder immer wieder Rohrreinigungen beauftragt, zahlt auf Dauer mehr.
- Vor dem Kauf oder Verkauf einer Immobilie zur Absicherung beider Seiten
- Nach wiederkehrenden Verstopfungen trotz regelmäßiger Reinigung
- Bei Verdacht auf Wurzeleinwuchs oder Rohrbruch
- Als Grundlage für eine Dichtheitsprüfung (gesetzliche Anforderungen je nach Bundesland und Gemeinde)
- Nach Frost- oder Setzungsschäden am Gebäude






